Rechnerkiste

Aktien-Kennzahlen-Rechner

Dreißig Kennzahlen aus einem Geschäftsbericht: Bewertung, Rentabilität, Bilanz, Cashflow – mit fairem Wert und erwarteter Rendite.

Kurs und Aktien

Die beiden Zahlen, aus denen der Börsenwert entsteht. Alle folgenden Angaben in Millionen Euro – so, wie sie im Geschäftsbericht stehen.

Im Geschäftsbericht als „ausgegebene Aktien“ oder im Anhang zum Ergebnis je Aktie.

Gewinn- und Verlustrechnung

Operatives Ergebnis vor Abschreibungen.

Operatives Ergebnis nach Abschreibungen, vor Zinsen und Steuern.

Gewinn nach Steuern. Verluste mit Minus eintragen.

Bilanz

Nur zinstragende Schulden: Bankdarlehen und Anleihen.

Kasse, Bankguthaben und kurzfristige Wertpapiere.

Cashflow und Dividende

Aus der Kapitalflussrechnung, nicht aus der Bilanz.

Zugänge im Anlagevermögen (CapEx), positiv eintragen.

Die für das Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende. Keine Dividende: 0.

Weitere BilanzpostenFür Liquiditätsgrad und Zinsdeckung

Vorräte, Forderungen und liquide Mittel zusammen.

Fällig innerhalb eines Jahres.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen des Jahres.

Annahmen für Bewertung und PrognoseWachstum, faires KGV, Renditeanspruch, Horizont

Erwartung für die kommenden Jahre. Grundlage von PEG, Kursziel und erwarteter Rendite.

Welche Bewertung du dem Unternehmen zutraust – der Anker für fairen Wert und Kursziel.

Diskontsatz für das Dividendenmodell. Langfristig bringt ein breiter Aktienindex rund 7 Prozent.

Jahre

Steht groß im Ergebnis. Alle anderen Kennzahlen stehen darunter.

Kurs-Gewinn-Verhältnis

Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,98, normal.

Wie viele Jahresgewinne im Kurs stecken. Ein KGV von 15 heißt: Bei unverändertem Gewinn braucht das Unternehmen fünfzehn Jahre, um den Kaufpreis der Aktie zu verdienen. Nach den üblichen Faustwerten ist das normal.

Börsenwert
8.160 Mio. €68,00 € × 120,00 Mio. Aktien
Unternehmenswert
9.180 Mio. €Börsenwert plus Nettoschulden
Nettoschulden
1.020 Mio. €1,13-faches EBITDA
Freier Cashflow
420 Mio. €5,15 % auf den Kurs

Je Aktie

Die Unternehmenszahlen auf eine Aktie umgerechnet – die Basis aller Vielfachen.

  • Gewinn je AktieJahresüberschuss / Anzahl Aktien3,58 €
  • Umsatz je AktieUmsatz / Anzahl Aktien40,00 €
  • Buchwert je AktieEigenkapital / Anzahl Aktien21,67 €
  • Cashflow je AktieOperativer Cashflow / Anzahl Aktien6,00 €
  • Freier Cashflow je Aktie(Operativer Cashflow − Investitionen) / Anzahl Aktien3,50 €

Bewertung

Was der Kurs im Verhältnis zu Gewinn, Umsatz, Substanz und Cashflow verlangt.

  • Kurs-Gewinn-VerhältnisKurs / Gewinn je Aktie18,98normal
  • Kurs-Umsatz-VerhältnisKurs / Umsatz je Aktie1,70normal
  • Kurs-Buchwert-VerhältnisKurs / Buchwert je Aktie3,14teuer
  • Kurs-Cashflow-VerhältnisKurs / Cashflow je Aktie11,33normal
  • Kurs-Free-Cashflow-VerhältnisKurs / freier Cashflow je Aktie19,43normal
  • PEG-VerhältnisKGV / erwartetes Gewinnwachstum in Prozent2,71teuer
  • EV / EBITDA(Börsenwert + Nettoschulden) / EBITDA10,20normal
  • EV / EBIT(Börsenwert + Nettoschulden) / EBIT14,34normal
  • EV / Umsatz(Börsenwert + Nettoschulden) / Umsatz1,91normal
  • GewinnrenditeGewinn je Aktie / Kurs5,27 %normal

Rentabilität

Was vom Umsatz übrig bleibt und wie gut das eingesetzte Kapital arbeitet.

  • NettomargeJahresüberschuss / Umsatz8,96 %normal
  • EBIT-MargeEBIT / Umsatz13,33 %normal
  • EBITDA-MargeEBITDA / Umsatz18,75 %normal
  • EigenkapitalrenditeJahresüberschuss / Eigenkapital16,54 %stark
  • GesamtkapitalrenditeJahresüberschuss / Bilanzsumme7,05 %normal
  • Kapitalrendite (ROCE)EBIT / (Bilanzsumme − kurzfristige Verbindlichkeiten)13,62 %normal

Bilanz und Verschuldung

Wie stabil das Unternehmen steht, wenn ein Jahr schlecht läuft.

  • EigenkapitalquoteEigenkapital / Bilanzsumme42,62 %stark
  • VerschuldungsgradNettofinanzschulden / Eigenkapital39,23 %günstig
  • Nettoschulden / EBITDA(Finanzschulden − Liquidität) / EBITDA1,13günstig
  • ZinsdeckungEBIT / Zinsaufwand10,67stark
  • Liquidität 3. GradesUmlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten164,29 %stark

Cashflow und Dividende

Ob der Gewinn als Geld ankommt – und was davon beim Aktionär landet.

  • Free-Cashflow-RenditeFreier Cashflow je Aktie / Kurs5,15 %stark
  • GewinnqualitätOperativer Cashflow / Jahresüberschuss167,44 %stark
  • DividendenrenditeDividende je Aktie / Kurs2,06 %normal
  • AusschüttungsquoteDividende je Aktie / Gewinn je Aktie39,07 %günstig

Fairer Wert je Aktie

Drei Verfahren, die von verschiedenen Seiten auf dasselbe Unternehmen schauen. Weichen sie stark voneinander ab, ist das die eigentliche Information.

  • KGV-Modell (18,00-faches Ergebnis)64,50 €
  • Graham-Zahl (Gewinn und Substanz)41,80 €
  • Dividendenmodell (Gordon)49,93 €
  • Mittel der Verfahren52,08 €
  • Aktueller Kurs68,00 €

Der Kurs liegt 23,42 Prozent über dem Mittel der Verfahren. Die Spannweite reicht von 41,80 € bis 64,50 € je Aktie.

Jedes dieser Verfahren ist eine Annahme in Zahlenform, keine Prognose. Die Graham-Zahl fällt bei substanzarmen Geschäftsmodellen strukturell niedrig aus, das KGV-Modell hängt vollständig am eingetragenen fairen KGV, und das Dividendenmodell reagiert extrem auf den Abstand zwischen Renditeanspruch und Wachstum. Keine Anlageberatung.

Was daraus in 10 Jahren wird

Gewinn und Dividende wachsen mit 7,00 Prozent pro Jahr, am Ende gilt das faire KGV von 18,00. Dividenden werden addiert, aber nicht wieder angelegt.

Gewinn je Aktie am Ende
7,05 €heute 3,58 €
Kurs bei fairem KGV
126,88 €heute 68,00 €
Dividenden zusammen
20,70 €über 10 Jahre, je Aktie
Erwartete Rendite
8,06 %pro Jahr, inklusive Dividenden
Jahr für Jahr ansehen
Projektion von Gewinn, Dividende und Kurs je Aktie
JahrGewinn/AktieDividendeKursKurs + Dividenden
13,83 €1,50 €69,02 €70,51 €
24,10 €1,60 €73,85 €76,95 €
34,39 €1,72 €79,02 €83,83 €
44,70 €1,84 €84,55 €91,20 €
55,03 €1,96 €90,46 €99,08 €
65,38 €2,10 €96,80 €107,51 €
75,75 €2,25 €103,57 €116,54 €
86,16 €2,41 €110,82 €126,19 €
96,59 €2,57 €118,58 €136,52 €
107,05 €2,75 €126,88 €147,58 €

Auffällig

  • Das PEG-Verhältnis liegt bei 2,71. Als Faustregel gilt: bis 1 preiswert, bis 2 vertretbar. Darüber zahlt der Kurs Wachstum, das erst noch geliefert werden muss.

So funktioniert’s

Eine einzelne Kennzahl entscheidet nichts. Ein KGV von 12 kann günstig sein oder das Vorzeichen einer schrumpfenden Branche, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent kann Qualität bedeuten oder nur hohe Verschuldung, und eine Dividendenrendite von 8 Prozent ist meistens die Ankündigung einer Kürzung. Aussagekräftig wird eine Zahl erst neben den anderen: Bewertung neben Wachstum, Rentabilität neben Bilanz, Gewinn neben Cashflow. Genau deshalb rechnet dieser Rechner nicht eine Kennzahl, sondern dreißig auf einmal – aus denselben Angaben, die in jedem Geschäftsbericht auf wenigen Seiten stehen.

Alle Eingaben stehen in drei Kapiteln des Geschäftsberichts. Umsatz, EBITDA, EBIT und Jahresüberschuss stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung; das EBITDA ist dort nicht immer ausgewiesen, ergibt sich aber aus dem EBIT plus den Abschreibungen. Eigenkapital, Bilanzsumme, Finanzschulden und liquide Mittel stehen in der Bilanz, wobei nur zinstragende Schulden gemeint sind – Lieferantenverbindlichkeiten und Rückstellungen gehören nicht dazu. Operativer Cashflow und Investitionen stehen in der Kapitalflussrechnung. Die Aktienanzahl findet sich im Anhang beim Ergebnis je Aktie. Alle Beträge in Millionen Euro eintragen, dann passen sie zur Aktienanzahl in Millionen Stück.

Der Unternehmenswert ist der wichtigste Unterschied zu einem reinen KGV-Rechner. Wer eine Aktie kauft, kauft einen Anteil am Eigenkapital – wer ein Unternehmen kauft, übernimmt die Schulden mit und bekommt die Kasse dazu. Deshalb rechnet der Enterprise Value den Börsenwert plus Nettoschulden. Zwei Unternehmen mit identischem KGV können hier weit auseinanderliegen: Das eine ist schuldenfrei, das andere hat die Hälfte seines Vermögens auf Kredit finanziert. EV/EBITDA und EV/EBIT sind gegen diesen Effekt immun und deshalb die Kennzahlen, mit denen Käufer ganze Firmen bewerten.

Die zweite Zahl, die selten nachgerechnet wird, ist die Gewinnqualität: der operative Cashflow im Verhältnis zum ausgewiesenen Gewinn. Werte über 100 Prozent sind der Normalfall, weil Abschreibungen den Gewinn mindern, aber kein Geld kosten. Bleibt der Cashflow dagegen über mehrere Jahre deutlich unter dem Gewinn, steckt der Gewinn in Forderungen oder Vorräten statt auf dem Konto – ein Muster, das den meisten Bilanzskandalen vorausgeht. Der Rechner weist die Kennzahl aus und meldet sich, wenn sie unter 80 Prozent fällt.

Der faire Wert wird mit drei Verfahren gerechnet, die absichtlich verschieden vorgehen: das KGV-Modell bewertet den Gewinn mit dem Vielfachen, das du dem Unternehmen zutraust; die Graham-Zahl bindet die Bewertung zusätzlich an die Substanz; das Dividendenmodell diskontiert die künftigen Ausschüttungen. Weichen die drei Ergebnisse stark voneinander ab, ist genau das die Information – dann hängt die Bewertung an einer einzelnen Annahme. Zusätzlich rechnet der Rechner die Erwartung über den Anlagehorizont: Gewinn und Dividende wachsen mit der eingetragenen Rate, am Ende gilt das faire KGV, und daraus ergibt sich eine Rendite pro Jahr.

Alle Kennzahlen sind Näherungen und keine Anlageberatung. Sondereffekte, Minderheitenanteile, Pensions- und Leasingverpflichtungen, Aktienrückkäufe, Währungseffekte und Steuern auf Kursgewinne bleiben außen vor. Die Faustwerte für die Einordnung sind bewusst branchenblind: Ein KGV von 25 ist bei Software normal und bei einem Stahlwerk teuer, eine Eigenkapitalquote von 10 Prozent bei einer Bank unauffällig und in der Industrie alarmierend. Wer eine Kennzahl ernst nimmt, vergleicht sie mit der Historie desselben Unternehmens und mit direkten Wettbewerbern – nicht mit einer Tabelle.

Woher die Eingaben kommen

Ein häufiger Stolperstein ist die Einheit: Manche Unternehmen weisen ihre Zahlen in Tausend Euro statt in Millionen aus, gerade kleinere börsennotierte Gesellschaften. Wird das übersehen, verschieben sich alle Kennzahlen um den Faktor 1.000 – ein KGV von 12 würde dann als 12.000 erscheinen. Ein Blick auf die Einheitenangabe direkt über der Tabelle im Geschäftsbericht schützt davor.

Welche Zahl in welchem Teil des Geschäftsberichts steht
KapitelEnthält
Gewinn- und VerlustrechnungUmsatz, EBITDA, EBIT, Jahresüberschuss
BilanzEigenkapital, Bilanzsumme, Finanzschulden, liquide Mittel
KapitalflussrechnungOperativer Cashflow, Investitionen

Bei international bilanzierenden Konzernen heißt die Gewinn- und Verlustrechnung oft „Income Statement“, die Bilanz „Balance Sheet“ und die Kapitalflussrechnung „Cash Flow Statement“ – die Gliederung dahinter ist aber dieselbe.

Der Unternehmenswert (Enterprise Value)

Rechnerisch ist der Enterprise Value die Marktkapitalisierung plus Nettoschulden, wobei sich die Nettoschulden aus Finanzschulden minus liquiden Mitteln ergeben. Bei einer prallen Kasse können die Nettoschulden sogar negativ werden – dann liegt der Unternehmenswert unter dem, was die Börse für die Aktien allein verlangt.

Genau das kommt bei sehr kapitalstarken Technologieunternehmen gelegentlich vor: Die liquiden Mittel übersteigen die Finanzschulden so deutlich, dass ein Käufer des gesamten Unternehmens rechnerisch weniger für das operative Geschäft zahlt, als der Börsenwert allein vermuten lässt.

Gewinnqualität: Cashflow im Verhältnis zum Gewinn

Ein niedriges Verhältnis hat meist einen von zwei Gründen: Entweder wächst der Umsatz schnell und die Kunden zahlen erst mit Verzögerung, sodass sich Forderungen aufbauen, die noch nicht als Geld auf dem Konto sind – oder das Unternehmen füllt seine Lager im Vorgriff auf erwartete Nachfrage, was ebenfalls Kapital bindet, ohne im Gewinn sichtbar zu werden.

Beides für sich ist nicht zwingend ein Warnsignal – schnelles Wachstum bindet naturgemäß Kapital. Kritisch wird es erst, wenn das Muster über mehrere Jahre anhält, ohne dass sich die Forderungslaufzeit oder der Lagerumschlag verbessert.

Drei Modelle für den fairen Wert

  • KGV-Modell: bewertet den Gewinn mit dem Vielfachen, das du dem Unternehmen zutraust.
  • Graham-Zahl: bindet die Bewertung zusätzlich an die bilanzielle Substanz.
  • Dividendenmodell: diskontiert die künftigen Ausschüttungen.

Die Graham-Zahl folgt einer festen Formel: Wurzel aus 22,5 mal Gewinn je Aktie mal Buchwert je Aktie. Die 22,5 kombiniert ein als fair geltendes KGV von 15 mit einem KBV von 1,5 – ein bewusst konservativer Maßstab aus der Value-Investing-Tradition von Benjamin Graham, der bei wachstumsstarken, substanzarmen Unternehmen wie Softwarefirmen kaum erreichbar ist.

Grenzen des Modells

Sondereffekte sind zum Beispiel ein einmaliger Buchgewinn aus dem Verkauf einer Unternehmenssparte oder umgekehrt eine Restrukturierungsrückstellung, die den Gewinn eines einzelnen Jahres nach oben oder unten verzerrt, ohne dass sich am laufenden Geschäft etwas geändert hätte. Wer eine ungewöhnliche Kennzahl sieht, lohnt sich, im Geschäftsbericht nach solchen einmaligen Posten zu suchen.

Die Faustwerte für die Einordnung sind bewusst branchenblind: Ein KGV von 25 ist bei Software normal und bei einem Stahlwerk teuer, eine Eigenkapitalquote von 10 Prozent bei einer Bank unauffällig und in der Industrie alarmierend.

Häufige Fragen

Welche Kennzahlen sind bei einer Aktie wirklich wichtig?
Vier Blöcke reichen für den ersten Überblick. Bewertung: KGV oder besser EV/EBIT, dazu die Free-Cashflow-Rendite. Rentabilität: EBIT-Marge und Kapitalrendite ROCE, weil sie zeigen, ob das Geschäft überhaupt Geld verdient und wie gut das eingesetzte Kapital arbeitet. Bilanz: Nettoschulden zum EBITDA und die Zinsdeckung – daran entscheidet sich, ob ein schlechtes Jahr gefährlich wird. Und Gewinnqualität: der operative Cashflow im Verhältnis zum Gewinn. Alles andere ist Verfeinerung.
Woher bekomme ich die Zahlen für den Rechner?
Aus dem Geschäftsbericht oder Quartalsbericht des Unternehmens, meist als PDF auf der Investor-Relations-Seite. Umsatz und Ergebnisgrößen stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapital und Schulden in der Bilanz, Cashflow und Investitionen in der Kapitalflussrechnung. Wer es schneller braucht: Die meisten Finanzportale zeigen dieselben Zahlen in einer Kennzahlenübersicht. Wichtig ist, dass alle Angaben aus demselben Geschäftsjahr stammen – ein Kurs von heute mit einem Gewinn von vorgestern ergibt ein schiefes Bild.
Warum unterscheiden sich meine Werte von denen auf Finanzportalen?
Meist aus drei Gründen. Erstens der verwendete Gewinn: nachlaufend, vorlaufend oder um Sondereffekte bereinigt – das kann leicht 20 Prozent Unterschied machen. Zweitens die Aktienanzahl: ausgegebene, ausstehende oder verwässerte Aktien. Drittens die Definition der Schulden: manche Portale rechnen Pensions- und Leasingverpflichtungen in die Nettoschulden ein, was den Unternehmenswert erhöht. Keine der Varianten ist falsch, aber vergleichen lassen sich nur Zahlen, die gleich gerechnet wurden.
Was ist ein fairer Wert und wie verlässlich ist er?
Ein fairer Wert ist eine Annahme in Zahlenform, keine Prognose. Jedes Verfahren übersetzt dieselbe Unsicherheit in eine andere Zahl: Das KGV-Modell hängt vollständig am fairen KGV, das du einträgst; die Graham-Zahl ist streng und bei substanzarmen Geschäften kaum erreichbar; das Dividendenmodell reagiert extrem auf den Abstand zwischen Renditeanspruch und Wachstum. Deshalb weist der Rechner alle drei plus die Spannweite aus. Liegen die Ergebnisse dicht zusammen, ist die Bewertung robust – klaffen sie auseinander, entscheidet eine einzelne Annahme.
Kann eine günstig aussehende Aktie eine Falle sein?
Ja, und das ist der häufigste Fehler beim Arbeiten mit Kennzahlen. Ein niedriges KGV bei fallenden Gewinnen ist optisch günstig und real teuer, weil der Nenner nächstes Jahr kleiner ist. Eine hohe Dividendenrendite entsteht durch einen gefallenen Kurs. Ein KBV unter 1 bedeutet oft, dass der Markt den Bilanzwerten nicht traut. Diese Fälle erkennt man nicht an der einzelnen Zahl, sondern an der Kombination: niedrige Bewertung plus schwache Kapitalrendite plus hohe Verschuldung plus fallende Margen.
Warum bleiben manche Kennzahlen leer?
Weil sie sich nicht sinnvoll bilden lassen und eine Null an dieser Stelle eine Aussage wäre, die niemand getroffen hat. Ohne Gewinn gibt es kein KGV, kein PEG und keine Ausschüttungsquote; bei negativem Eigenkapital kein KBV, keine Eigenkapitalrendite und keinen Verschuldungsgrad; ohne Wachstumsannahme kein PEG. Der Rechner zeigt in diesen Fällen einen Gedankenstrich und erklärt im Hinweisblock, welche Voraussetzung fehlt.
Taugen die Faustwerte für jede Branche?
Nein, sie sind bewusst grob. Ein KGV von 25 ist bei einem Softwareunternehmen mit wiederkehrenden Erlösen normal und bei einem Automobilzulieferer hoch; eine Eigenkapitalquote von 10 Prozent ist bei einer Bank Alltag und in der Industrie ein Alarmsignal; eine Nettomarge von 2 Prozent ist im Lebensmittelhandel gut. Die Einordnung im Rechner sagt deshalb nicht „gut“ oder „schlecht“, sondern welche Zahl es wert ist, im Branchenvergleich genauer angesehen zu werden.
Ersetzt der Rechner eine Anlageentscheidung?
Nein. Kennzahlen beschreiben die Vergangenheit eines Unternehmens und die Erwartung des Marktes an seine Zukunft – sie sagen nichts über Wettbewerb, Regulierung, Managementqualität oder darüber, was in einem Jahr passiert. Sie sind ein Filter, kein Urteil: Sie helfen, offensichtlich teure oder bilanziell angespannte Fälle früh zu erkennen und die eigenen Annahmen sichtbar zu machen. Dieser Rechner ist keine Anlageberatung und darf keine sein.

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