Rechnerkiste

Eigenkapitalquote berechnen

Eigenkapital geteilt durch Bilanzsumme – mit Verschuldungsgrad, Nettoschulden zum EBITDA, Zinsdeckung und Liquiditätsgrad.

Kurs und Aktien

Die beiden Zahlen, aus denen der Börsenwert entsteht. Alle folgenden Angaben in Millionen Euro – so, wie sie im Geschäftsbericht stehen.

Im Geschäftsbericht als „ausgegebene Aktien“ oder im Anhang zum Ergebnis je Aktie.

Gewinn- und Verlustrechnung

Operatives Ergebnis vor Abschreibungen.

Operatives Ergebnis nach Abschreibungen, vor Zinsen und Steuern.

Gewinn nach Steuern. Verluste mit Minus eintragen.

Bilanz

Nur zinstragende Schulden: Bankdarlehen und Anleihen.

Kasse, Bankguthaben und kurzfristige Wertpapiere.

Cashflow und Dividende

Aus der Kapitalflussrechnung, nicht aus der Bilanz.

Zugänge im Anlagevermögen (CapEx), positiv eintragen.

Die für das Geschäftsjahr vorgeschlagene Dividende. Keine Dividende: 0.

Weitere BilanzpostenFür Liquiditätsgrad und Zinsdeckung

Vorräte, Forderungen und liquide Mittel zusammen.

Fällig innerhalb eines Jahres.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen des Jahres.

Annahmen für Bewertung und PrognoseWachstum, faires KGV, Renditeanspruch, Horizont

Erwartung für die kommenden Jahre. Grundlage von PEG, Kursziel und erwarteter Rendite.

Welche Bewertung du dem Unternehmen zutraust – der Anker für fairen Wert und Kursziel.

Diskontsatz für das Dividendenmodell. Langfristig bringt ein breiter Aktienindex rund 7 Prozent.

Jahre

Steht groß im Ergebnis. Alle anderen Kennzahlen stehen darunter.

Eigenkapitalquote

Eigenkapitalquote: 42,62 %, stark.

Wie viel des Vermögens den Aktionären gehört und nicht den Gläubigern. Sie bestimmt, wie viele schlechte Jahre ein Unternehmen aushält, bevor es die Bank um Zustimmung bitten muss. Nach den üblichen Faustwerten ist das stark.

Börsenwert
8.160 Mio. €68,00 € × 120,00 Mio. Aktien
Unternehmenswert
9.180 Mio. €Börsenwert plus Nettoschulden
Nettoschulden
1.020 Mio. €1,13-faches EBITDA
Freier Cashflow
420 Mio. €5,15 % auf den Kurs

Je Aktie

Die Unternehmenszahlen auf eine Aktie umgerechnet – die Basis aller Vielfachen.

  • Gewinn je AktieJahresüberschuss / Anzahl Aktien3,58 €
  • Umsatz je AktieUmsatz / Anzahl Aktien40,00 €
  • Buchwert je AktieEigenkapital / Anzahl Aktien21,67 €
  • Cashflow je AktieOperativer Cashflow / Anzahl Aktien6,00 €
  • Freier Cashflow je Aktie(Operativer Cashflow − Investitionen) / Anzahl Aktien3,50 €

Bewertung

Was der Kurs im Verhältnis zu Gewinn, Umsatz, Substanz und Cashflow verlangt.

  • Kurs-Gewinn-VerhältnisKurs / Gewinn je Aktie18,98normal
  • Kurs-Umsatz-VerhältnisKurs / Umsatz je Aktie1,70normal
  • Kurs-Buchwert-VerhältnisKurs / Buchwert je Aktie3,14teuer
  • Kurs-Cashflow-VerhältnisKurs / Cashflow je Aktie11,33normal
  • Kurs-Free-Cashflow-VerhältnisKurs / freier Cashflow je Aktie19,43normal
  • PEG-VerhältnisKGV / erwartetes Gewinnwachstum in Prozent2,71teuer
  • EV / EBITDA(Börsenwert + Nettoschulden) / EBITDA10,20normal
  • EV / EBIT(Börsenwert + Nettoschulden) / EBIT14,34normal
  • EV / Umsatz(Börsenwert + Nettoschulden) / Umsatz1,91normal
  • GewinnrenditeGewinn je Aktie / Kurs5,27 %normal

Rentabilität

Was vom Umsatz übrig bleibt und wie gut das eingesetzte Kapital arbeitet.

  • NettomargeJahresüberschuss / Umsatz8,96 %normal
  • EBIT-MargeEBIT / Umsatz13,33 %normal
  • EBITDA-MargeEBITDA / Umsatz18,75 %normal
  • EigenkapitalrenditeJahresüberschuss / Eigenkapital16,54 %stark
  • GesamtkapitalrenditeJahresüberschuss / Bilanzsumme7,05 %normal
  • Kapitalrendite (ROCE)EBIT / (Bilanzsumme − kurzfristige Verbindlichkeiten)13,62 %normal

Bilanz und Verschuldung

Wie stabil das Unternehmen steht, wenn ein Jahr schlecht läuft.

  • EigenkapitalquoteEigenkapital / Bilanzsumme42,62 %stark
  • VerschuldungsgradNettofinanzschulden / Eigenkapital39,23 %günstig
  • Nettoschulden / EBITDA(Finanzschulden − Liquidität) / EBITDA1,13günstig
  • ZinsdeckungEBIT / Zinsaufwand10,67stark
  • Liquidität 3. GradesUmlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten164,29 %stark

Cashflow und Dividende

Ob der Gewinn als Geld ankommt – und was davon beim Aktionär landet.

  • Free-Cashflow-RenditeFreier Cashflow je Aktie / Kurs5,15 %stark
  • GewinnqualitätOperativer Cashflow / Jahresüberschuss167,44 %stark
  • DividendenrenditeDividende je Aktie / Kurs2,06 %normal
  • AusschüttungsquoteDividende je Aktie / Gewinn je Aktie39,07 %günstig

Fairer Wert je Aktie

Drei Verfahren, die von verschiedenen Seiten auf dasselbe Unternehmen schauen. Weichen sie stark voneinander ab, ist das die eigentliche Information.

  • KGV-Modell (18,00-faches Ergebnis)64,50 €
  • Graham-Zahl (Gewinn und Substanz)41,80 €
  • Dividendenmodell (Gordon)49,93 €
  • Mittel der Verfahren52,08 €
  • Aktueller Kurs68,00 €

Der Kurs liegt 23,42 Prozent über dem Mittel der Verfahren. Die Spannweite reicht von 41,80 € bis 64,50 € je Aktie.

Jedes dieser Verfahren ist eine Annahme in Zahlenform, keine Prognose. Die Graham-Zahl fällt bei substanzarmen Geschäftsmodellen strukturell niedrig aus, das KGV-Modell hängt vollständig am eingetragenen fairen KGV, und das Dividendenmodell reagiert extrem auf den Abstand zwischen Renditeanspruch und Wachstum. Keine Anlageberatung.

Was daraus in 10 Jahren wird

Gewinn und Dividende wachsen mit 7,00 Prozent pro Jahr, am Ende gilt das faire KGV von 18,00. Dividenden werden addiert, aber nicht wieder angelegt.

Gewinn je Aktie am Ende
7,05 €heute 3,58 €
Kurs bei fairem KGV
126,88 €heute 68,00 €
Dividenden zusammen
20,70 €über 10 Jahre, je Aktie
Erwartete Rendite
8,06 %pro Jahr, inklusive Dividenden
Jahr für Jahr ansehen
Projektion von Gewinn, Dividende und Kurs je Aktie
JahrGewinn/AktieDividendeKursKurs + Dividenden
13,83 €1,50 €69,02 €70,51 €
24,10 €1,60 €73,85 €76,95 €
34,39 €1,72 €79,02 €83,83 €
44,70 €1,84 €84,55 €91,20 €
55,03 €1,96 €90,46 €99,08 €
65,38 €2,10 €96,80 €107,51 €
75,75 €2,25 €103,57 €116,54 €
86,16 €2,41 €110,82 €126,19 €
96,59 €2,57 €118,58 €136,52 €
107,05 €2,75 €126,88 €147,58 €

Auffällig

  • Das PEG-Verhältnis liegt bei 2,71. Als Faustregel gilt: bis 1 preiswert, bis 2 vertretbar. Darüber zahlt der Kurs Wachstum, das erst noch geliefert werden muss.

So funktioniert’s

Die Eigenkapitalquote ist das Eigenkapital geteilt durch die Bilanzsumme. Bei 2.600 Millionen Euro Eigenkapital und 6.100 Millionen Euro Bilanzsumme sind das 42,6 Prozent – dieser Anteil des Vermögens gehört den Aktionären, der Rest den Gläubigern. Sie ist das einfachste Maß für Krisenfestigkeit: Eigenkapital ist der Puffer, der Verluste auffängt, ohne dass jemand um Zustimmung gebeten werden muss. Ein Unternehmen mit 45 Prozent Quote kann mehrere schlechte Jahre aushalten, eines mit 12 Prozent nicht.

Wie viel angemessen ist, hängt vom Geschäftsmodell ab. Im produzierenden Gewerbe gelten 30 bis 45 Prozent als solide, im Handel etwas weniger, bei Banken und Immobiliengesellschaften sind einstellige bis niedrige zweistellige Quoten strukturell normal – ihr Geschäft besteht darin, mit fremdem Geld zu arbeiten. Entscheidend ist außerdem die Art der Vermögenswerte: Eine dünne Quote bei langfristig vermieteten Immobilien ist etwas anderes als dieselbe Quote bei Vorräten in einem Modeunternehmen.

Die Quote allein reicht nicht, weil sie eine Bestandsgröße ist und nichts über die Belastung sagt. Drei Kennzahlen ergänzen sie: Nettoschulden zum EBITDA zeigen, wie viele Jahresergebnisse zur Tilgung nötig wären – ab dem 3,5-Fachen wird es angespannt. Die Zinsdeckung sagt, wie oft das operative Ergebnis die Zinsen verdient; unter dem Dreifachen ist wenig Luft. Und der Liquiditätsgrad zeigt, ob das kurzfristige Vermögen die kurzfristigen Schulden deckt. Der Rechner weist alle vier zusammen aus, weil erst ihr Zusammenspiel ein Bild ergibt.

Alle Eingaben stehen in drei Kapiteln des Geschäftsberichts. Umsatz, EBITDA, EBIT und Jahresüberschuss stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung; das EBITDA ist dort nicht immer ausgewiesen, ergibt sich aber aus dem EBIT plus den Abschreibungen. Eigenkapital, Bilanzsumme, Finanzschulden und liquide Mittel stehen in der Bilanz, wobei nur zinstragende Schulden gemeint sind – Lieferantenverbindlichkeiten und Rückstellungen gehören nicht dazu. Operativer Cashflow und Investitionen stehen in der Kapitalflussrechnung. Die Aktienanzahl findet sich im Anhang beim Ergebnis je Aktie. Alle Beträge in Millionen Euro eintragen, dann passen sie zur Aktienanzahl in Millionen Stück.

Der Unternehmenswert ist der wichtigste Unterschied zu einem reinen KGV-Rechner. Wer eine Aktie kauft, kauft einen Anteil am Eigenkapital – wer ein Unternehmen kauft, übernimmt die Schulden mit und bekommt die Kasse dazu. Deshalb rechnet der Enterprise Value den Börsenwert plus Nettoschulden. Zwei Unternehmen mit identischem KGV können hier weit auseinanderliegen: Das eine ist schuldenfrei, das andere hat die Hälfte seines Vermögens auf Kredit finanziert. EV/EBITDA und EV/EBIT sind gegen diesen Effekt immun und deshalb die Kennzahlen, mit denen Käufer ganze Firmen bewerten.

Die zweite Zahl, die selten nachgerechnet wird, ist die Gewinnqualität: der operative Cashflow im Verhältnis zum ausgewiesenen Gewinn. Werte über 100 Prozent sind der Normalfall, weil Abschreibungen den Gewinn mindern, aber kein Geld kosten. Bleibt der Cashflow dagegen über mehrere Jahre deutlich unter dem Gewinn, steckt der Gewinn in Forderungen oder Vorräten statt auf dem Konto – ein Muster, das den meisten Bilanzskandalen vorausgeht. Der Rechner weist die Kennzahl aus und meldet sich, wenn sie unter 80 Prozent fällt.

Der faire Wert wird mit drei Verfahren gerechnet, die absichtlich verschieden vorgehen: das KGV-Modell bewertet den Gewinn mit dem Vielfachen, das du dem Unternehmen zutraust; die Graham-Zahl bindet die Bewertung zusätzlich an die Substanz; das Dividendenmodell diskontiert die künftigen Ausschüttungen. Weichen die drei Ergebnisse stark voneinander ab, ist genau das die Information – dann hängt die Bewertung an einer einzelnen Annahme. Zusätzlich rechnet der Rechner die Erwartung über den Anlagehorizont: Gewinn und Dividende wachsen mit der eingetragenen Rate, am Ende gilt das faire KGV, und daraus ergibt sich eine Rendite pro Jahr.

Alle Kennzahlen sind Näherungen und keine Anlageberatung. Sondereffekte, Minderheitenanteile, Pensions- und Leasingverpflichtungen, Aktienrückkäufe, Währungseffekte und Steuern auf Kursgewinne bleiben außen vor. Die Faustwerte für die Einordnung sind bewusst branchenblind: Ein KGV von 25 ist bei Software normal und bei einem Stahlwerk teuer, eine Eigenkapitalquote von 10 Prozent bei einer Bank unauffällig und in der Industrie alarmierend. Wer eine Kennzahl ernst nimmt, vergleicht sie mit der Historie desselben Unternehmens und mit direkten Wettbewerbern – nicht mit einer Tabelle.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Eigenkapitalquote?
Ab 40 Prozent gilt sie als solide, unter 25 Prozent als dünn – jeweils bezogen auf Industrie, Handel und Dienstleistung. Banken arbeiten mit 5 bis 10 Prozent, Immobiliengesellschaften mit 25 bis 40, und beides ist branchenüblich. Aussagekräftiger als der absolute Wert ist die Entwicklung über mehrere Jahre: Eine fallende Quote bei gleichzeitig steigenden Schulden ist ein deutlicheres Signal als eine niedrige, aber stabile Quote.
Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad?
Die Eigenkapitalquote misst das Eigenkapital an der Bilanzsumme, also am gesamten Vermögen. Der Verschuldungsgrad – auch Gearing – setzt die Nettofinanzschulden ins Verhältnis zum Eigenkapital und lässt Posten wie Lieferantenverbindlichkeiten und Rückstellungen außen vor. Er ist damit näher an der Frage, wie viel zinstragende Schuld auf dem Eigenkapital lastet. Ein negativer Verschuldungsgrad bedeutet Netto-Liquidität: mehr Geld in der Kasse als Schulden in der Bilanz.
Warum ist eine hohe Eigenkapitalquote nicht immer besser?
Weil Eigenkapital teurer ist als Fremdkapital. Aktionäre erwarten eine höhere Rendite als Banken Zinsen verlangen, und Zinsen sind zusätzlich steuerlich abziehbar. Ein Unternehmen mit 80 Prozent Eigenkapitalquote und niedriger Kapitalrendite arbeitet ineffizient – es könnte einen Teil des Kapitals ausschütten oder investieren. Die Kunst liegt in der Balance: genug Puffer für schlechte Jahre, aber kein ungenutztes Kapital in der Bilanz.
Welche Kennzahlen sind bei einer Aktie wirklich wichtig?
Vier Blöcke reichen für den ersten Überblick. Bewertung: KGV oder besser EV/EBIT, dazu die Free-Cashflow-Rendite. Rentabilität: EBIT-Marge und Kapitalrendite ROCE, weil sie zeigen, ob das Geschäft überhaupt Geld verdient und wie gut das eingesetzte Kapital arbeitet. Bilanz: Nettoschulden zum EBITDA und die Zinsdeckung – daran entscheidet sich, ob ein schlechtes Jahr gefährlich wird. Und Gewinnqualität: der operative Cashflow im Verhältnis zum Gewinn. Alles andere ist Verfeinerung.
Woher bekomme ich die Zahlen für den Rechner?
Aus dem Geschäftsbericht oder Quartalsbericht des Unternehmens, meist als PDF auf der Investor-Relations-Seite. Umsatz und Ergebnisgrößen stehen in der Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapital und Schulden in der Bilanz, Cashflow und Investitionen in der Kapitalflussrechnung. Wer es schneller braucht: Die meisten Finanzportale zeigen dieselben Zahlen in einer Kennzahlenübersicht. Wichtig ist, dass alle Angaben aus demselben Geschäftsjahr stammen – ein Kurs von heute mit einem Gewinn von vorgestern ergibt ein schiefes Bild.
Warum unterscheiden sich meine Werte von denen auf Finanzportalen?
Meist aus drei Gründen. Erstens der verwendete Gewinn: nachlaufend, vorlaufend oder um Sondereffekte bereinigt – das kann leicht 20 Prozent Unterschied machen. Zweitens die Aktienanzahl: ausgegebene, ausstehende oder verwässerte Aktien. Drittens die Definition der Schulden: manche Portale rechnen Pensions- und Leasingverpflichtungen in die Nettoschulden ein, was den Unternehmenswert erhöht. Keine der Varianten ist falsch, aber vergleichen lassen sich nur Zahlen, die gleich gerechnet wurden.
Was ist ein fairer Wert und wie verlässlich ist er?
Ein fairer Wert ist eine Annahme in Zahlenform, keine Prognose. Jedes Verfahren übersetzt dieselbe Unsicherheit in eine andere Zahl: Das KGV-Modell hängt vollständig am fairen KGV, das du einträgst; die Graham-Zahl ist streng und bei substanzarmen Geschäften kaum erreichbar; das Dividendenmodell reagiert extrem auf den Abstand zwischen Renditeanspruch und Wachstum. Deshalb weist der Rechner alle drei plus die Spannweite aus. Liegen die Ergebnisse dicht zusammen, ist die Bewertung robust – klaffen sie auseinander, entscheidet eine einzelne Annahme.

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