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Effektiven Jahreszins berechnen

Effektiver Jahreszins mit Bearbeitungsgebühr, Disagio und Restschuldversicherung – die einzige Zahl, mit der sich Kreditangebote vergleichen lassen.

Du nennst die Laufzeit – der Rechner errechnet die Rate.

Kredit

Der Zinssatz aus dem Angebot, nicht der Effektivzins.

Jahre

Zusätzliche Zahlung am Jahresende. Ohne: 0.

Nebenkosten und ZinsbindungDie Posten, die aus einem günstigen Sollzins einen teuren Kredit machen.

Oder Disagio – mindert die Auszahlung, verzinst wird der volle Betrag.

Einmalprämie, mitfinanziert. Treibt den Effektivzins am stärksten.

Jahre

Für Baufinanzierungen. 0 heißt: Zins gilt für die ganze Laufzeit.

Monatsrate

195,67 € pro Monat über 5 Jahre.

Über 5 Jahre. Insgesamt zahlst du 12.039,63 € zurück, davon 1.739,63 € Zinsen.

Effektiver Jahreszins
8,06 %Sollzins 6,50 %
Gesamtzinsen
1.739,63 €14,45 % aller Zahlungen
Laufzeit
5 Jahre60 Raten
Auszahlung
9.700,00 €was auf dem Konto ankommt

Was der Kredit kostet

  • Kreditbetrag10.000,00 €
  • Bearbeitungsgebühr-300,00 €
  • Auszahlung9.700,00 €
  • Restschuldversicherung (mitfinanziert)0,00 €
  • Zinsen über die Laufzeit1.739,63 €
  • Summe aller Zahlungen12.039,63 €
  • Kosten des Kredits2.339,63 €
Tilgungsplan
JahrZinsenTilgungSondertilgungRestschuld
1598,49 €1.749,55 €0,00 €8.250,45 €
2481,32 €1.866,72 €0,00 €6.383,73 €
3356,31 €1.991,73 €0,00 €4.392,00 €
4222,92 €2.125,12 €0,00 €2.266,88 €
580,59 €2.266,88 €0,00 €0,00 €

Auffällig

  • Die Bearbeitungsgebühr von 300 € mindert die Auszahlung, verzinst und getilgt wird aber der volle Betrag. Bei Verbraucherkrediten hat der Bundesgerichtshof laufzeitunabhängige Bearbeitungsgebühren für unwirksam erklärt – ein solcher Posten im Angebot ist einen Rückfrage wert.
  • Der effektive Jahreszins liegt mit 8,06 Prozent deutlich über dem Sollzins von 6,5 Prozent. Vergleiche Angebote immer über den Effektivzins – nur er enthält die Nebenkosten.

So funktioniert’s

Der Sollzins steht groß im Angebot, bezahlt wird der effektive Jahreszins. Der Unterschied entsteht durch zwei Dinge: die unterjährige Verzinsung und die Nebenkosten. Allein die monatliche Verrechnung hebt einen Sollzins von 6,5 Prozent auf 6,70 Prozent effektiv, ganz ohne Gebühren. Kommt eine Bearbeitungsgebühr von drei Prozent dazu, sind es 8,06 Prozent – der Kredit ist ein Viertel teurer, als der Sollzins vermuten lässt.

Gerechnet wird der Effektivzins über die Barwertgleichung der Preisangabenverordnung: Gesucht ist der Zinssatz, bei dem die Summe aller abgezinsten Raten genau dem Betrag entspricht, der tatsächlich auf dem Konto ankommt. Deshalb wirken alle Posten automatisch mit, die entweder die Auszahlung mindern oder die Rate erhöhen – eine Bearbeitungsgebühr, ein Disagio, eine mitfinanzierte Restschuldversicherung. Dieser Rechner löst die Gleichung numerisch, über dieselbe Methode, mit der auch die Rendite einer Anlage bestimmt wird.

Der teuerste Posten ist fast immer die Restschuldversicherung, und zwar aus einem Grund, den die Prämie nicht verrät: Sie wird mitfinanziert. Bei einem Kredit über 10.000 Euro auf fünf Jahre erhöht eine Prämie von 900 Euro die Schuld auf 10.900 Euro, während weiterhin nur 10.000 Euro ausgezahlt werden – und auf die 900 Euro fallen fünf Jahre lang Zinsen an. Der effektive Jahreszins springt dadurch von 6,70 auf 10,65 Prozent. Banken müssen die Versicherung im Effektivzins ausweisen, wenn sie Bedingung für den Kredit ist; ist sie „freiwillig“, taucht sie dort nicht auf.

Seit der EU-Verbraucherkreditrichtlinie ist der effektive Jahreszins die gesetzlich vorgeschriebene Vergleichsgröße in jeder Werbung, die einen Zins oder eine Kreditkondition nennt – ein reiner Sollzins ohne begleitenden Effektivzins darf dort nicht mehr genannt werden, genau damit Angebote nicht allein über die kleinere Zahl beworben werden können. Trotzdem bleibt beim Vergleich zweier Angebote Vorsicht nötig: Die Preisangabenverordnung schreibt zwar vor, was zwingend in den Effektivzins einfließen muss, lässt aber Spielraum bei Nebenkosten, die nicht direkt mit der Kreditvergabe verbunden sind, etwa eine Kontoführungsgebühr für ein Konto, das theoretisch auch unabhängig vom Kredit eröffnet werden könnte. Zwei Angebote mit identischem ausgewiesenem Effektivzins können deshalb in der Praxis trotzdem unterschiedlich teuer sein, wenn ein Anbieter solche Randkosten geschickt außerhalb der gesetzlichen Berechnungsgrundlage platziert.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Häufige Fragen

Muss der effektive Jahreszins in jeder Werbung stehen?
Ja, sobald die Werbung überhaupt einen Zinssatz oder eine sonstige Zahl zu den Kreditkosten nennt, schreibt § 6a der Preisangabenverordnung die gleichzeitige Angabe des effektiven Jahreszinses vor – ein reiner Sollzins ohne begleitenden Effektivzins ist in der Werbung nicht zulässig. Diese Pflicht soll verhindern, dass Anbieter allein mit der kleineren, aber unvollständigen Zahl werben. Trotzdem lohnt der eigene Blick ins Kleingedruckte, weil nicht jede Randkosten-Position zwingend in die gesetzliche Effektivzins-Berechnung einfließen muss.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der reine Zinssatz auf die Restschuld. Der effektive Jahreszins enthält zusätzlich alle Kosten, die zwingend mit dem Kredit verbunden sind, sowie den Effekt der monatlichen Verrechnung – also Bearbeitungsgebühren, ein Disagio, Vermittlungsprovisionen und eine verpflichtende Restschuldversicherung. Banken müssen ihn nach der Preisangabenverordnung angeben. Vergleichbar sind Angebote nur über den Effektivzins, und auch nur bei gleicher Laufzeit.
Welche Kosten stecken nicht im effektiven Jahreszins?
Einiges. Nicht enthalten sind Kontoführungsgebühren, wenn sie nicht zwingend zum Kredit gehören, Kosten für Sicherheiten wie eine Grundschuldbestellung, Schätzgebühren bei Immobilien, Verzugszinsen und Mahnkosten – und eine Restschuldversicherung, die als freiwillig deklariert ist. Gerade der letzte Punkt macht den Vergleich zweier Angebote unbrauchbar, wenn nur eines davon eine Versicherung enthält. Dieser Rechner nimmt sie deshalb ausdrücklich mit auf.
Warum ist der Effektivzins bei kurzer Laufzeit höher?
Weil sich einmalige Kosten auf weniger Jahre verteilen. Eine Bearbeitungsgebühr von 300 Euro wiegt bei drei Jahren Laufzeit deutlich schwerer als bei sieben, obwohl der Betrag derselbe ist. Genau deshalb lassen sich Effektivzinsen nur bei gleicher Laufzeit und gleicher Kreditsumme vergleichen – die zwei Prozent des einen Angebots über drei Jahre können teurer sein als die 2,5 Prozent eines anderen über sieben.
Wie wird der effektive Jahreszins mathematisch genau ermittelt?
Über die interne Zinsfußmethode, dasselbe Verfahren, mit dem auch die Rendite einer Kapitalanlage berechnet wird. Gesucht ist der Zinssatz, bei dem der Barwert aller künftigen Raten – also jede Rate, abgezinst auf den heutigen Tag – exakt der tatsächlichen Auszahlungssumme entspricht. Weil sich diese Gleichung nicht direkt nach dem Zinssatz auflösen lässt, wird sie numerisch gelöst: Ein Rechenverfahren probiert iterativ verschiedene Zinssätze durch, bis die Gleichung bis auf eine sehr kleine Abweichung aufgeht. Banken sind gesetzlich verpflichtet, dieses in der Preisangabenverordnung festgelegte Verfahren zu verwenden, damit der ausgewiesene Effektivzins zwischen verschiedenen Anbietern tatsächlich vergleichbar ist.
Warum unterscheidet sich der deutsche Effektivzins vom amerikanischen APR?
Beide verfolgen dasselbe Ziel – die Gesamtkosten eines Kredits in einer vergleichbaren Jahreszahl auszudrücken –, unterscheiden sich aber in Details der Berechnungsmethode und darin, welche Kostenarten zwingend einzurechnen sind. Der US-amerikanische Annual Percentage Rate (APR) verwendet teils andere Rundungs- und Zinsberechnungskonventionen als die europäische, in der Verbraucherkreditrichtlinie festgelegte Methode. Für einen internationalen Kreditvergleich reicht es deshalb nicht, die beiden ausgewiesenen Prozentsätze einfach nebeneinanderzulegen – sie folgen unterschiedlichen gesetzlichen Rechenvorschriften und sind streng genommen nicht eins zu eins vergleichbar.

Zuletzt aktualisiert am . Rechenweg und Text: Silvan Comann.

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