Vorabpauschale berechnen
Vorabpauschale für thesaurierende ETFs berechnen – mit Basiszins 2026, Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag. Was die Bank im Januar einzieht.
Du nennst die Sparrate – der Rechner zeigt, was daraus wird.
Sparplan
Was heute schon da ist. Kann 0 sein.
Wird jeweils zu Monatsbeginn eingezahlt.
Breiter Aktien-ETF langfristig 5 bis 7 %, Tagesgeld 2 bis 3 %.
Kosten und DynamikFondsgebühr, Ausgabeaufschlag und eine jährlich steigende Rate.
Breite ETFs 0,1 bis 0,3 %, aktive Fonds 1,5 bis 2 %.
Je Einzahlung. Bei ETF-Sparplänen meist 0 %.
Jährliche Erhöhung der Sparrate, damit sie mit dem Einkommen mitwächst.
Für die Umrechnung in heutige Kaufkraft.
SteuernAbgeltungsteuer, Teilfreistellung und Vorabpauschale. Stand: 2026.
Mindestens 51 % Aktien – der Normalfall bei einem MSCI-World-ETF. 30 % des Ertrags bleiben steuerfrei.
Endkapital nach Steuern
178.450,42 € nach 10 Jahren, davon 100.000,00 € eingezahlt.Aus 100.000,00 € Einzahlung werden 89.015,37 € Ertrag. In heutiger Kaufkraft sind das 146.391,50 €.
- Eingezahlt
- 100.000,00 ۟ber 10 Jahre
- Depotwert vor Steuern
- 189.015,37 €47,09 % davon sind Ertrag
- In heutiger Kaufkraft
- 146.391,50 €bei 2,00 % Inflation
- Rendite nach Kosten und Steuern
- 5,96 %Verdopplung in 10,54 Jahren
Was vom Ertrag abgeht
- Depotwert vor Steuern189.015,37 €
- Eingezahlt-100.000,00 €
- Ertrag89.015,37 €
- Laufende Kosten und Ausgabeaufschlag-2.812,71 €
- Vorabpauschale während der Laufzeit-2.968,27 €
- Steuer beim Verkauf-10.564,95 €
- Endkapital nach Steuern178.450,42 €
Was sich davon entnehmen lässt
Ein Sparplan endet nicht mit dem Endkapital, sondern mit der Frage, was monatlich herauskommt. Beide Beträge sind vor Steuer auf die enthaltenen Gewinnanteile.
- Entnahme über 25 Jahre
- 1.236,88 €pro Monat, danach ist das Kapital aufgebraucht
- Entnahme ohne Kapitalverzehr
- 1.008,98 €pro Monat, nur aus den Erträgen – dauerhaft
Jahr für Jahr
| Jahr | Eingezahlt | Depotwert | davon Ertrag | Steuer |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 100.000,00 € | 106.636,18 € | 6.636,18 € | 149,81 € |
| 2 | 100.000,00 € | 113.695,23 € | 13.695,23 € | 177,25 € |
| 3 | 100.000,00 € | 121.204,13 € | 21.204,13 € | 206,45 € |
| 4 | 100.000,00 € | 129.191,57 € | 29.191,57 € | 237,50 € |
| 5 | 100.000,00 € | 137.688,02 € | 37.688,02 € | 270,53 € |
| 6 | 100.000,00 € | 146.725,84 € | 46.725,84 € | 305,68 € |
| 7 | 100.000,00 € | 156.339,60 € | 56.339,60 € | 343,05 € |
| 8 | 100.000,00 € | 166.566,02 € | 66.566,02 € | 382,81 € |
| 9 | 100.000,00 € | 177.444,10 € | 77.444,10 € | 425,10 € |
| 10 | 100.000,00 € | 189.015,37 € | 89.015,37 € | 470,09 € |
Auffällig
- Über die Laufzeit fallen 2.968 € Vorabpauschale an. Sie wird jedes Jahr im Januar vom Verrechnungskonto eingezogen – dafür sollte dort Geld liegen, sonst verkauft die Bank Anteile.
So funktioniert’s
Die Vorabpauschale ist die Steuer auf einen Gewinn, den es noch gar nicht in bar gibt. Seit der Investmentsteuerreform 2018 will der Staat auch bei thesaurierenden Fonds nicht bis zum Verkauf warten, sondern jedes Jahr einen Mindestertrag besteuern. Berechnet wird sie so: Fondswert am 2. Januar mal Basiszins mal 0,7. Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 Prozent, macht also 2,24 Prozent des Depotwerts als Basisertrag. Gedeckelt ist das Ganze auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres – wer Verlust macht, zahlt keine Vorabpauschale.
Ein Beispiel mit 100.000 Euro im Depot: Der Basisertrag beträgt 2.240 Euro. Bei einem Aktien-ETF bleiben davon 30 Prozent über die Teilfreistellung steuerfrei, es verbleiben 1.568 Euro. Davon geht der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro ab, steuerpflichtig sind also 568 Euro. Darauf 26,375 Prozent Abgeltungsteuer und Soli ergeben 149,81 Euro, die im Januar vom Verrechnungskonto eingezogen werden. Das ist wenig – aber es muss dort liegen, sonst verkauft die Bank Anteile.
Doppelt besteuert wird nichts. Alle über die Jahre gezahlten Vorabpauschalen werden beim späteren Verkauf vom steuerpflichtigen Gewinn abgezogen, sodass am Ende genau einmal Steuer auf denselben Ertrag anfällt. Wirtschaftlich ist die Vorabpauschale deshalb keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorverlegung: Geld, das sonst weiter im Depot mitgearbeitet hätte, wird früher abgeführt. Der Rechner zieht sie jedes Jahr ab und rechnet sie am Ende wieder an, damit dieser Effekt im Ergebnis sichtbar wird.
Der Basiszins selbst ist keine feste Größe, sondern wird jährlich neu vom Bundesfinanzministerium aus der Zinsstrukturkurve der Deutschen Bundesbank abgeleitet und jeweils zu Jahresbeginn per Schreiben veröffentlicht. In Jahren mit sehr niedrigem Zinsniveau kann er sogar bei null oder knapp darüber liegen – dann entfällt die Vorabpauschale faktisch, weil der Basisertrag gegen null geht. Steigt das allgemeine Zinsniveau, wie zuletzt seit 2022 geschehen, steigt auch der Basiszins und damit die Vorabpauschale spürbar mit, selbst wenn sich am eigentlichen Depotwert oder der gewählten Anlagestrategie nichts geändert hat. Wer die Steuer für das kommende Jahr grob abschätzen will, sollte deshalb nicht mit dem Vorjahreswert rechnen, sondern das aktuelle BMF-Schreiben zum Basiszins prüfen.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 18 InvStG – Vorabpauschale
- § 20 InvStG – Teilfreistellung
- § 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen – Abgeltungsteuer und die Formel für die Kirchensteuer
- § 20 EStG – Einkünfte aus Kapitalvermögen – der Sparer-Pauschbetrag in Absatz 9
Häufige Fragen
Woher kommt der Basiszins für die Vorabpauschale?
Wie hoch ist die Vorabpauschale 2026?
Ab welchem Depotwert muss ich Vorabpauschale zahlen?
Was passiert, wenn kein Geld auf dem Verrechnungskonto liegt?
Gilt die Vorabpauschale auch für ausschüttende Fonds?
Wann genau wird die Vorabpauschale vom Konto abgebucht?
Zuletzt aktualisiert am . Rechenweg und Text: Silvan Comann.
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