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Check: Gehaltserhöhung

Brutto-Plus, Netto-Plus und Grenzbelastung einer Gehaltserhöhung in einem Zug – plus die Wirkung über die Jahre angelegt.

Was verdienst du aktuell?

Ledig, verwitwet oder geschieden, ohne Kind im Haushalt.

Setzt den Kirchensteuersatz (9 %).

Kirche, Kinder und VersicherungDie Angaben, die das Netto am stärksten verschieben.

So funktioniert’s

Eine Gehaltserhöhung wird fast immer in Brutto verhandelt, aber nur das Netto landet auf dem Konto. Dieser Weg rechnet beides durch: den Prozentrechner für die Erhöhung selbst, den Brutto-Netto-Rechner zweimal – einmal mit dem aktuellen, einmal mit dem erhöhten Gehalt – und zeigt aus der Differenz die Grenzbelastung: den Anteil der Erhöhung, der an Steuer und Sozialabgaben geht.

Die Grenzbelastung liegt für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent – deutlich über dem Durchschnittssteuersatz, der oft bei nur 30 bis 35 Prozent liegt. Der Unterschied erklärt sich aus der Progression: Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Teil des Einkommens, nicht für das gesamte Gehalt. Wer mit dem Durchschnittssatz rechnet, überschätzt systematisch, was von einer Erhöhung ankommt.

Der dritte Schritt zeigt, was aus der Differenz wird, wenn sie nicht im laufenden Konsum aufgeht: 20 Jahre mit den Standardannahmen des Sparplan-Rechners angelegt – 7 Prozent Rendite, 0,2 Prozent laufende Kosten, Abgeltungsteuer. Aus einer monatlichen Differenz von wenigen hundert Euro wird über diesen Zeitraum ein Betrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich, allein durch Zinseszins auf das, was sonst versickert wäre.

Gerechnet wird mit einem Einkommen und den vollen Angaben aus dem Brutto-Netto-Rechner – Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder und Krankenversicherung wirken alle auf das Ergebnis. Die Sparplan-Projektion unterstellt eine gleichbleibende Rendite, die es an der Börse nicht gibt; sie ist eine Orientierung, keine Zusage. Dieser Weg ist keine Steuer- oder Anlageberatung.

Durchschnittssatz und Grenzbelastung im Vergleich

Typische Größenordnung für Angestellte im mittleren Einkommensbereich
KennzahlÜbliche Spanne
Durchschnittssteuersatz auf das gesamte Gehalt30–35 %
Grenzbelastung auf eine Erhöhung40–48 %

Zur Grenzbelastung tragen zwei getrennte Mechanismen bei: der progressive Einkommensteuertarif, der mit steigendem Einkommen einen wachsenden Anteil abzieht, und die Sozialabgaben, die bei den meisten Gehältern noch unterhalb ihrer jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze liegen und deshalb auf jeden zusätzlichen Euro in gleicher Höhe anfallen. Zusammen ergeben beide die 40 bis 48 Prozent.

Was aus der Differenz über die Zeit wird

Wird die Netto-Differenz stattdessen einfach ausgegeben, ist sie im nächsten Monat wieder weg – der dritte Schritt zeigt die Alternative: über 20 Jahre angelegt, wächst aus einem monatlichen Betrag, der im laufenden Konsum kaum auffällt, ein Kapital im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist reiner Zinseszins auf Geld, das ohne die Erhöhung gar nicht da gewesen wäre.

Der Anlagehorizont ist ein Startwert, kein fester Wert – im Sparplan-Rechner selbst lässt er sich auf jeden Zeitraum zwischen einem und sechzig Jahren einstellen.

Ein durchgerechnetes Beispiel

3.500 € auf 3.675 € brutto (+5 %), Steuerklasse I, NRW, ohne Kirchensteuer, kein Kind
GrößeBetrag
Netto vorher2.333 € / Monat
Netto nachher2.429 € / Monat
Brutto-Plus175 € / Monat
Netto-Plus96 € / Monat
Grenzbelastung45,1 %

Von den 175 Euro mehr Brutto kommen in diesem Beispiel 96 Euro netto an – der Rest, gut 45 Prozent, geht an Steuer und Sozialabgaben. Bei anderer Steuerklasse, anderem Bundesland oder mit Kirchensteuer verschiebt sich diese Zahl; die eigene Grenzbelastung zeigt der Rechner oben mit den persönlichen Angaben.

Häufige Fragen

Warum ist die Grenzbelastung höher als mein Steuersatz?
Weil der Durchschnittssteuersatz alle Einkommensteile mittelt, während die Grenzbelastung nur den zusätzlichen Teil betrifft – und der liegt im Steuertarif weiter oben. Dazu kommen die Sozialabgaben, die bei den meisten Gehältern noch nicht an einer Beitragsbemessungsgrenze enden. Beides zusammen ergibt eine Grenzbelastung, die für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent liegt, während der Durchschnittssatz oft bei 30 bis 35 Prozent liegt.
Steigt die Grenzbelastung mit einem höheren Ausgangsgehalt?
Leicht, ja – solange keine Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. Oberhalb der Grenzen für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen auf den übersteigenden Teil keine weiteren Sozialabgaben mehr an, wodurch die Grenzbelastung dort wieder sinkt. Für die meisten Gehälter im mittleren Bereich bewegt sie sich aber in einer engen Bandbreite um 46 bis 47 Prozent.
Warum wird die Erhöhung nicht einfach als Eurobetrag eingegeben?
Weil Gehaltsverhandlungen fast immer in Prozent geführt werden – Tarifrunden, individuelle Erhöhungen und Inflationsausgleiche werden so kommuniziert. Der erste Schritt nutzt deshalb den Prozentrechner, um aus dem Prozentsatz den Eurobetrag zu machen, bevor der Brutto-Netto-Rechner ihn verarbeitet.
Was, wenn ich die Erhöhung nicht anlegen, sondern ausgeben will?
Dann zeigt der zweite Schritt trotzdem, was tatsächlich verfügbar ist – die Netto-Differenz allein ist bereits das vollständige Ergebnis. Die Sparplan-Projektion im dritten Schritt ist eine zusätzliche Perspektive, keine Voraussetzung: Sie beantwortet die Frage, was diese Differenz langfristig wert wäre, wenn sie nicht in den laufenden Ausgaben aufgeht.
Warum ist der Anlagehorizont fest auf 20 Jahre gesetzt?
Er ist ein Startwert, kein fester Wert – der Rechner lässt sich auf jeden Zeitraum zwischen einem und sechzig Jahren einstellen. 20 Jahre sind gewählt, weil sie einen typischen Abstand bis zum Ruhestand oder ein anderes langfristiges Sparziel abbilden, ohne die Rechnung auf eine einzelne Lebenssituation festzulegen.