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Abgeltungssteuer berechnen

Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge berechnen – mit Sparerpauschbetrag, Teilfreistellung und der korrekten Kirchensteuerformel nach § 32d EStG.

Du nennst die Sparrate – der Rechner zeigt, was daraus wird.

Sparplan

Was heute schon da ist. Kann 0 sein.

Wird jeweils zu Monatsbeginn eingezahlt.

Jahre

Breiter Aktien-ETF langfristig 5 bis 7 %, Tagesgeld 2 bis 3 %.

Kosten und DynamikFondsgebühr, Ausgabeaufschlag und eine jährlich steigende Rate.

Breite ETFs 0,1 bis 0,3 %, aktive Fonds 1,5 bis 2 %.

Je Einzahlung. Bei ETF-Sparplänen meist 0 %.

Jährliche Erhöhung der Sparrate, damit sie mit dem Einkommen mitwächst.

Für die Umrechnung in heutige Kaufkraft.

SteuernAbgeltungsteuer, Teilfreistellung und Vorabpauschale. Stand: 2026.

Mindestens 51 % Aktien – der Normalfall bei einem MSCI-World-ETF. 30 % des Ertrags bleiben steuerfrei.

Endkapital nach Steuern

122.465,75 € nach 15 Jahren, davon 50.000,00 € eingezahlt.

Aus 50.000,00 € Einzahlung werden 82.303,64 € Ertrag. In heutiger Kaufkraft sind das 90.993,86 €.

Eingezahlt
50.000,00 €über 15 Jahre
Depotwert vor Steuern
132.303,64 €62,21 % davon sind Ertrag
In heutiger Kaufkraft
90.993,86 €bei 2,00 % Inflation
Rendite nach Kosten und Steuern
6,15 %Verdopplung in 10,54 Jahren

Was vom Ertrag abgeht

  • Depotwert vor Steuern132.303,64 €
  • Eingezahlt-50.000,00 €
  • Ertrag82.303,64 €
  • Laufende Kosten und Ausgabeaufschlag-2.555,76 €
  • Vorabpauschale während der Laufzeit-1.277,27 €
  • Steuer beim Verkauf-9.837,89 €
  • Endkapital nach Steuern122.465,75 €

Was sich davon entnehmen lässt

Ein Sparplan endet nicht mit dem Endkapital, sondern mit der Frage, was monatlich herauskommt. Beide Beträge sind vor Steuer auf die enthaltenen Gewinnanteile.

Jahre
Entnahme über 25 Jahre
848,84 €pro Monat, danach ist das Kapital aufgebraucht
Entnahme ohne Kapitalverzehr
692,44 €pro Monat, nur aus den Erträgen – dauerhaft
Jahr für Jahr
JahrEingezahltDepotwertdavon ErtragSteuer
150.000,00 €53.393,01 €3.393,01 €0,00 €
250.000,00 €57.016,23 €7.016,23 €0,00 €
350.000,00 €60.885,36 €10.885,36 €0,00 €
450.000,00 €65.017,02 €15.017,02 €0,00 €
550.000,00 €69.423,92 €19.423,92 €5,14 €
650.000,00 €74.111,68 €24.111,68 €23,36 €
750.000,00 €79.098,15 €29.098,15 €42,75 €
850.000,00 €84.402,38 €34.402,38 €63,37 €
950.000,00 €90.044,62 €40.044,62 €85,31 €
1050.000,00 €96.046,41 €46.046,41 €108,64 €
1150.000,00 €102.430,67 €52.430,67 €133,46 €
1250.000,00 €109.221,78 €59.221,78 €159,86 €
1350.000,00 €116.445,66 €66.445,66 €187,95 €
1450.000,00 €124.129,81 €74.129,81 €217,83 €
1550.000,00 €132.303,64 €82.303,64 €249,60 €

Auffällig

  • Über die Laufzeit fallen 1.277 € Vorabpauschale an. Sie wird jedes Jahr im Januar vom Verrechnungskonto eingezogen – dafür sollte dort Geld liegen, sonst verkauft die Bank Anteile.

So funktioniert’s

Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf diese Steuer – zusammen 26,375 Prozent. Der Soli wurde für die Einkommensteuer weitgehend abgeschafft, für Kapitalerträge gilt er unverändert weiter. Vor der Steuer steht der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, bei zusammen veranlagten Ehepaaren 2.000 Euro. Wer der Bank einen Freistellungsauftrag erteilt, bekommt diesen Betrag automatisch angerechnet; ohne Auftrag wird zunächst voll besteuert und erst über die Steuererklärung zurückgeholt.

Bei der Kirchensteuer rechnen die meisten falsch, und zwar zu hoch. Sie kommt nicht einfach oben drauf, denn sie ist als Sonderausgabe abziehbar – § 32d Abs. 1 Satz 4 EStG erledigt das über eine eigene Formel, nach der die Kapitalertragsteuer nicht ein Viertel des Ertrags beträgt, sondern e geteilt durch 4 plus Kirchensteuersatz. Mit neun Prozent Kirchensteuer sinkt der Steuersatz dadurch von 25 auf 24,45 Prozent, und die Gesamtbelastung liegt bei 27,996 statt bei 26,375 Prozent. Der Aufschlag beträgt also rund 1,6 Prozentpunkte, nicht neun.

Bei Fonds kommt die Teilfreistellung dazu, und sie ändert das Bild deutlich. Bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienanteil bleiben 30 Prozent des Ertrags steuerfrei, bei Mischfonds 15 Prozent, bei Immobilienfonds 60 Prozent. Aus den 26,375 Prozent werden bei einem Aktien-ETF damit effektiv rund 18,5 Prozent auf den Gewinn. Bei Zinsanlagen wie Tages- oder Festgeld gibt es keine Teilfreistellung – dort bleibt es beim vollen Satz.

Die laufenden Kosten sind der am meisten unterschätzte Posten, weil sie klein aussehen. Ein Prozent Gebühr klingt nach einem Prozent weniger Rendite – tatsächlich kosten sie über dreißig Jahre rund ein Viertel des Endkapitals. Der Grund ist, dass die Gebühr nicht einmalig auf die Einzahlung wirkt, sondern jedes Jahr auf den gesamten Bestand, und dieser Bestand wächst. Bei 250 Euro im Monat über dreißig Jahre ist der Unterschied zwischen einem ETF mit 0,2 Prozent und einem Fonds mit 1,5 Prozent 60.357 Euro – bei 90.000 Euro Einzahlung.

Steuerlich ist seit 2018 zweierlei zu unterscheiden. Am Ende, beim Verkauf, fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag auf den Gewinn an, bei Aktienfonds gemindert um die Teilfreistellung von 30 Prozent – effektiv also rund 18,5 Prozent. Während der Laufzeit greift zusätzlich die Vorabpauschale: Der Staat besteuert jedes Jahr einen pauschalen Mindestertrag, auch wenn nichts ausgeschüttet wurde. Sie wird im Januar vom Verrechnungskonto eingezogen und am Ende gegen die Verkaufssteuer angerechnet, sodass derselbe Ertrag nicht zweimal besteuert wird. Der Rechner bildet beide Schritte nach.

Die Inflation gehört in jede Rechnung über lange Zeiträume, weil sie sonst systematisch zu optimistisch ausfällt. Hunderttausend Euro in dreißig Jahren sind bei zwei Prozent Geldentwertung so viel wert wie heute 55.000 Euro. Das macht das Sparen nicht sinnlos – im Gegenteil, es ist genau das Argument gegen das Sparbuch. Aber es verschiebt die Zielzahl: Wer im Ruhestand über eine bestimmte Kaufkraft verfügen will, muss nominal deutlich höher zielen.

Ein Sparplan endet nicht mit dem Endkapital, sondern mit der Frage, was sich daraus entnehmen lässt. Der Rechner weist deshalb zwei Beträge aus: die monatliche Entnahme, die das Kapital über einen gewählten Zeitraum vollständig aufbraucht, und die Entnahme, die nur aus den Erträgen kommt und die Substanz unangetastet lässt. Mathematisch ist die erste dieselbe Formel wie eine Kreditrate – ein Kapital abzubauen und eine Schuld abzutragen ist dieselbe Rechnung mit umgekehrtem Vorzeichen.

Alle Ergebnisse unterstellen eine gleichbleibende Rendite, und die gibt es an der Börse nicht. Ein breiter Aktienindex hat langfristig rund sieben Prozent im Jahr gebracht, aber als Mittelwert über Jahrzehnte mit einzelnen Jahren zwischen plus dreißig und minus vierzig Prozent. Für die Planung heißt das: Die Rechnung mit mehreren Renditen durchspielen, nicht mit der optimistischsten planen, und den Anlagehorizont ernst nehmen. Dieser Rechner ist keine Anlageberatung und ersetzt keine.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer wirklich?
Ohne Kirchensteuer 26,375 Prozent, mit 8 Prozent Kirchensteuer 27,82 Prozent und mit 9 Prozent 27,996 Prozent. Bei einem Aktienfonds sinkt die effektive Belastung durch die 30-prozentige Teilfreistellung auf rund 18,5 Prozent des Gewinns. Und die ersten 1.000 Euro Kapitalertrag im Jahr bleiben durch den Sparerpauschbetrag ohnehin steuerfrei.
Wann lohnt sich die Günstigerprüfung?
Wenn der persönliche Grenzsteuersatz unter 25 Prozent liegt, was bei einem zu versteuernden Einkommen bis rund 20.000 Euro der Fall ist. Dann kann in der Steuererklärung die Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG beantragt werden: Das Finanzamt rechnet die Kapitalerträge zum normalen Einkommen und wendet den niedrigeren Tarifsatz an. Das lohnt sich vor allem für Studierende, Rentner mit kleiner Rente und in Jahren ohne volles Erwerbseinkommen.
Muss ich Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben?
In der Regel nicht: Die deutsche Bank führt die Steuer direkt ab, damit ist sie abgegolten – daher der Name. Angeben muss man sie unter anderem bei Depots im Ausland, wenn der Sparerpauschbetrag über mehrere Banken hinweg nicht optimal verteilt wurde, wenn Verluste aus einem anderen Depot verrechnet werden sollen oder wenn die Günstigerprüfung beantragt wird. Auch die Kirchensteuer lässt sich über die Erklärung nachträglich korrigieren.
Mit welcher Rendite sollte ich rechnen?
Für einen breit gestreuten Aktien-ETF sind 5 bis 7 Prozent pro Jahr eine gängige Annahme, abgeleitet aus der langfristigen Entwicklung von Indizes wie dem MSCI World. Für Tages- und Festgeld liegt die realistische Erwartung bei 2 bis 3 Prozent, für Anleihen dazwischen. Wichtig ist, die Rechnung zusätzlich mit einer pessimistischen Annahme zu prüfen: Trägt der Plan auch bei 4 Prozent, ist er belastbar. Trägt er nur bei 8 Prozent, ist er eine Hoffnung.
Warum ist das Ergebnis niedriger als bei anderen Rechnern?
Weil hier Kosten, Steuern und Inflation mitgerechnet werden. Viele Rechner zeigen den reinen Bruttowert, also die Verzinsung der Einzahlungen ohne Abzüge – das ist rechnerisch richtig, aber es ist nicht der Betrag, über den man am Ende verfügt. Wer die Werte vergleichen will, kann die Steuern im Rechner ausschalten und die Kosten auf null setzen; dann stimmt das Ergebnis mit den einfacheren Rechnern überein.
Wann wird die Sparrate eingezahlt – am Anfang oder am Ende des Monats?
Am Monatsanfang, so wie es Sparpläne in der Praxis ausführen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht über lange Laufzeiten aber einen sichtbaren Unterschied: Jede Rate verzinst sich einen Monat länger. Bei 100 Euro im Monat über ein Jahr zu 12 Prozent sind es 1.276,64 statt 1.264,64 Euro – über dreißig Jahre summiert sich dieser Vorsprung auf mehrere Tausend Euro.
Wie rechnet der Rechner die Rendite auf einen Monat um?
Über die zwölfte Wurzel, nicht über eine Division durch zwölf. Die eingegebene Rendite ist die effektive Jahresrendite: Aus 10.000 Euro zu 7 Prozent werden nach einem Jahr 10.700 Euro. Wer stattdessen 7 durch 12 teilt, verzinst effektiv mit 7,229 Prozent und weist über dreißig Jahre gut vier Prozent zu viel aus. Beim Kreditrechner ist die Division durch zwölf dagegen richtig, weil der deutsche Sollzins ein nominaler Jahreszins ist – genau daher stammt dort der Abstand zum effektiven Jahreszins.

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