Rechnerkiste

Nachzahlung bei der Stromrechnung berechnen

Nachzahlung oder Guthaben aus Jahresverbrauch und gezahltem Abschlag berechnen – vor der Jahresabrechnung, nicht danach.

Strom und Gas sind getrennte Verträge mit getrennten Abschlägen – deshalb auch hier getrennte Felder.

Strom

Erwartet für deinen Haushalt: 2.400 kWh.

Der Preis je Kilowattstunde, ohne Grundpreis.

Fällt unabhängig vom Verbrauch an.

Was du gerade zahlst. Ohne Angabe: 0.

Anderen Strom-Tarif vergleichen

0 lässt den Vergleich weg.

Mein HaushaltBestimmt den Vergleichswert, an dem du siehst, ob dein Verbrauch normal ist.
Personen

Der erste Kopf verbraucht am meisten – Kühlschrank und Router laufen ohnehin.

Grundlage für den erwarteten Heizbedarf.

Energiekosten

1.764,00 € im Jahr, 147,00 € im Monat.

Dein Abschlag deckt davon 1.140,00 € ab – es fehlen 624,00 €.

Pro Monat
147,00 €rechnerisch, nicht der Abschlag
Nachzahlung
624,00 €fehlt bis zur Jahresrechnung
Ersparnis bei Wechsel
kein Vergleichstarif
CO₂
1.596 kgNäherung, pro Jahr

Woraus sich die Rechnung zusammensetzt

  • Strom: Arbeitspreis (4.200 kWh)1.596,00 €
  • Strom: Grundpreis168,00 €
  • Strom zusammen1.764,00 €

Preis je Kilowattstunde und Vergleichsverbrauch

Der Effektivpreis rechnet den Grundpreis mit ein. Er ist die Zahl, mit der sich Tarife wirklich vergleichen lassen – nicht der Arbeitspreis allein.

SparteArbeitspreisEffektivpreisDein VerbrauchErwartet
Strom38 ct42 ct4.200 kWh2.400 kWh

Auffällig

  • Der Strom-Abschlag deckt die Jahreskosten nicht – auf diese Rechnung folgt eine Nachzahlung.
  • Der Strom-Verbrauch liegt weit über dem, was für diesen Haushalt zu erwarten wäre. Bei Strom lohnt der Blick auf alte Geräte und Dauerläufer, bei Gas auf Heizungseinstellung und Dämmung.

So funktioniert’s

Eine Nachzahlung entsteht nicht, weil zu viel verbraucht wurde, sondern weil zu wenig gezahlt wurde. Die Rechnung dahinter ist einfach: tatsächliche Jahreskosten minus zwölf Abschläge. Bei 4.200 Kilowattstunden, 38 Cent Arbeitspreis und 14 Euro Grundpreis kostet der Strom 1.764 Euro im Jahr. Bei 95 Euro Abschlag sind über das Jahr 1.140 Euro geflossen. Es fehlen 624 Euro – und die kommen in einer Summe.

Der häufigste Grund für eine Lücke dieser Größe ist eine Preiserhöhung, die im Abschlag nicht nachgezogen wurde. Der Abschlag von 95 Euro passt zu einem Arbeitspreis von etwa 24 Cent; bei 38 Cent deckt er nur noch zwei Drittel der Kosten. Der zweite Grund ist ein gestiegener Verbrauch, etwa durch ein Kind, einen neuen Mitbewohner oder ein Homeoffice. Beides zeigt sich sofort, wenn man Kosten und Abschlag nebeneinanderlegt.

Eine Nachzahlung ist zahlbar, aber nicht sofort fällig zu stemmen: Auf Anfrage gewähren Versorger in der Regel eine Ratenzahlung, und bei Zahlungsschwierigkeiten müssen sie das vor einer Sperre sogar anbieten. Wichtiger ist der zweite Schritt – den Abschlag auf 147 Euro anzupassen, also ein Zwölftel der echten Kosten. Sonst wiederholt sich dasselbe im nächsten Jahr, nur mit einer größeren Summe.

Genau daran scheitern die meisten Tarifvergleiche. Ein Angebot mit niedrigem Arbeitspreis und hohem Grundpreis gewinnt bei großem Verbrauch und verliert bei kleinem. Wer allein auf die Cent je Kilowattstunde schaut, wechselt als Einpersonenhaushalt regelmäßig in den teureren Tarif. Der Rechner zeigt deshalb beide Preise nebeneinander und lässt einen Vergleichstarif direkt gegenrechnen.

Der Abschlag ist keine Rechnung, sondern eine Vorauszahlung auf Schätzbasis. Der richtige Abschlag ist ein Zwölftel der erwarteten Jahreskosten – alles darunter wird am Jahresende zur Nachzahlung, alles darüber zu einem zinslosen Kredit an den Versorger. Beide Richtungen lassen sich jederzeit anpassen. Die Differenz zwischen berechneten Kosten und gezahltem Abschlag ist die Zahl, wegen der die meisten Leute überhaupt rechnen.

Wer seinen Jahresverbrauch nicht kennt, bekommt einen Erwartungswert. Beim Strom wächst er nicht linear mit der Haushaltsgröße: Die erste Person bringt rund 1.500 Kilowattstunden mit, jede weitere etwa 900, weil Kühlschrank, Router und Beleuchtung unabhängig von der Personenzahl laufen. Elektrisches Warmwasser aus einem Durchlauferhitzer schlägt mit weiteren 550 Kilowattstunden je Person zu Buche und ist der Posten, der die Spanne am stärksten verschiebt. Beim Gas zählen Wohnfläche und Dämmzustand, mit 60 bis 200 Kilowattstunden je Quadratmeter zwischen Neubau und unsaniertem Altbau.

Dieser Erwartungswert steht im Ergebnis immer neben dem eingetragenen Verbrauch. Er ist keine Zielgröße, sondern eine Einordnung: Erst wenn klar ist, ob 4.800 Kilowattstunden für diesen Haushalt viel oder wenig sind, lässt sich entscheiden, ob der Tarif das Problem ist oder der Verbrauch. Liegt der eigene Wert mehr als die Hälfte darüber, weist der Rechner ausdrücklich darauf hin.

Der CO₂-Wert ist eine Näherung. Für Strom rechnet er mit 380 Gramm je Kilowattstunde für den deutschen Strommix – ein Wert, der mit dem Ausbau der Erneuerbaren von Jahr zu Jahr sinkt. Für Gas sind es 201 Gramm, und dieser Wert bleibt, weil er aus der Verbrennung folgt und nicht aus einer Statistik. Als Größenordnung taugen beide, als Bilanz nicht.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Nachzahlung?
Jahresverbrauch mal Arbeitspreis, plus Grundpreis für zwölf Monate, minus der Summe aller gezahlten Abschläge. Bei 4.200 Kilowattstunden zu 38 Cent, 14 Euro Grundpreis und 95 Euro Abschlag sind das 1.764 Euro Kosten gegen 1.140 Euro Zahlungen, also 624 Euro Nachzahlung.
Kann ich eine Nachzahlung in Raten zahlen?
In der Regel ja. Versorger sind an zahlenden Kunden interessiert und bieten Ratenzahlung meist ohne Aufschlag an. Droht eine Stromsperre, ist der Versorger nach § 19 der Grundversorgungsverordnung verpflichtet, vorher eine Ratenzahlung anzubieten. Ein Anruf vor dem Fälligkeitsdatum ist deutlich einfacher als eine Klärung danach.
Wie verhindere ich die nächste Nachzahlung?
Den Abschlag auf ein Zwölftel der tatsächlichen Jahreskosten setzen – hier also auf 147 Euro statt 95. Am besten direkt nach der Jahresabrechnung, weil dann der aktuelle Verbrauch und der aktuelle Preis bekannt sind. Wer zusätzlich den Tarif prüft, senkt die Kosten selbst und nicht nur die Verteilung über das Jahr.
Wo finde ich Arbeitspreis, Grundpreis und Verbrauch?
Alle drei stehen auf der letzten Jahresabrechnung, meist auf der zweiten Seite unter „Berechnung des Rechnungsbetrags“. Der Arbeitspreis ist in Cent je Kilowattstunde angegeben, der Grundpreis als Betrag pro Monat oder Jahr – bei einer Jahresangabe durch zwölf teilen. Achte darauf, ob die Preise brutto oder netto ausgewiesen sind; für einen Haushalt ist immer der Bruttopreis der richtige.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Effektivpreis?
Der Arbeitspreis gilt je Kilowattstunde, der Effektivpreis rechnet den Grundpreis mit ein. Bei 3.000 Kilowattstunden und 144 Euro Grundpreis im Jahr sind das 4,80 Cent Unterschied – aus 35 Cent Arbeitspreis werden 39,80 Cent effektiv. Bei doppeltem Verbrauch halbiert sich dieser Aufschlag. Deshalb ist nur der Effektivpreis zwischen Tarifen vergleichbar.
Wie hoch sollte mein Abschlag sein?
Ein Zwölftel der erwarteten Jahreskosten. Wichtig ist „erwartet“ und nicht „letztes Jahr“: Nach einer Preiserhöhung deckt der alte Abschlag die neuen Kosten nicht mehr, und genau daraus entstehen die dreistelligen Nachzahlungen. Der Rechner zeigt die Lücke, sobald der aktuelle Abschlag eingetragen ist.
Warum weicht das Ergebnis von meiner Rechnung ab?
Meist aus einem von drei Gründen. Erstens ein Preiswechsel mitten im Abrechnungszeitraum – dann rechnet der Versorger zwei Zeiträume getrennt, dieser Rechner mit einem einheitlichen Preis. Zweitens ein Abrechnungszeitraum, der keine zwölf Monate umfasst. Drittens Boni oder Neukundenrabatte, die einmalig gegengerechnet werden und in keinem Arbeitspreis stecken.

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