5 Prozent mehr Gehalt – was bleibt netto?
5 Prozent Gehaltserhöhung: Brutto-Plus, Netto-Plus und Grenzbelastung berechnen – plus 20 Jahre gespart.
Was verdienst du aktuell?
Ledig, verwitwet oder geschieden, ohne Kind im Haushalt.
Setzt den Kirchensteuersatz (9 %).
Kirche, Kinder und VersicherungDie Angaben, die das Netto am stärksten verschieben.
So funktioniert’s
5 Prozent auf 4.000 Euro sind 200 Euro brutto mehr im Monat, netto kommen davon rund 107 Euro an. Die Grenzbelastung liegt bei etwa 46,5 Prozent – minimal höher als bei einer 3-Prozent-Erhöhung, weil der Steuertarif progressiv ist und der zusätzliche Betrag in einer Zone mit etwas höherem Grenzsteuersatz landet.
5 Prozent gelten oft als spürbare Erhöhung, weil sie über der üblichen Inflationsrate liegt. Trotzdem bleibt real weniger als die Hälfte des Bruttobetrags übrig – ein Punkt, der in Gehaltsverhandlungen häufig übersehen wird, weil dort meist in Brutto- statt in Nettozahlen gedacht wird.
107 Euro monatlich, 20 Jahre lang angelegt mit den Standardannahmen des Sparplan-Rechners, ergeben nach Kosten und Steuern rund 50.120 Euro bei 25.700 Euro Einzahlung. Das ist der Betrag, den allein diese eine Gehaltserhöhung über zwei Jahrzehnte an zusätzlichem Vermögen ermöglicht, wenn sie konsequent zur Seite gelegt wird statt im laufenden Konsum aufzugehen.
Die Grenzbelastung liegt für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent – deutlich über dem Durchschnittssteuersatz, der oft bei nur 30 bis 35 Prozent liegt. Der Unterschied erklärt sich aus der Progression: Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Teil des Einkommens, nicht für das gesamte Gehalt. Wer mit dem Durchschnittssatz rechnet, überschätzt systematisch, was von einer Erhöhung ankommt.
Der dritte Schritt zeigt, was aus der Differenz wird, wenn sie nicht im laufenden Konsum aufgeht: 20 Jahre mit den Standardannahmen des Sparplan-Rechners angelegt – 7 Prozent Rendite, 0,2 Prozent laufende Kosten, Abgeltungsteuer. Aus einer monatlichen Differenz von wenigen hundert Euro wird über diesen Zeitraum ein Betrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich, allein durch Zinseszins auf das, was sonst versickert wäre.
Gerechnet wird mit einem Einkommen und den vollen Angaben aus dem Brutto-Netto-Rechner – Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder und Krankenversicherung wirken alle auf das Ergebnis. Die Sparplan-Projektion unterstellt eine gleichbleibende Rendite, die es an der Börse nicht gibt; sie ist eine Orientierung, keine Zusage. Dieser Weg ist keine Steuer- oder Anlageberatung.