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3 Prozent mehr Gehalt – was bleibt netto?

3 Prozent Gehaltserhöhung: Brutto-Plus, Netto-Plus und Grenzbelastung berechnen – plus 20 Jahre gespart.

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Kirche, Kinder und VersicherungDie Angaben, die das Netto am stärksten verschieben.

So funktioniert’s

3 Prozent auf 4.000 Euro sind 120 Euro brutto mehr im Monat. Netto bleiben davon rund 64 Euro – eine Grenzbelastung von etwa 46 Prozent. Das liegt über dem Durchschnittssteuersatz von rund 35 Prozent, weil ein Steuersatz von 46 Prozent nur auf den zusätzlichen Teil wirkt, nicht auf das ganze Gehalt.

Über eine Erhöhungsrunde hinweg wirkt eine 3-Prozent-Erhöhung klein, meist unter der Inflationsrate. Wer sie trotzdem konsequent anlegt, sieht den Unterschied erst über Jahre: 64 Euro monatlich, 20 Jahre lang mit 7 Prozent Rendite verzinst, ergeben nach Kosten und Steuern rund 30.250 Euro – bei eingezahlten 15.460 Euro also mehr als das Doppelte.

Realistischer als eine isolierte 3-Prozent-Erhöhung ist häufig eine Kombination: ein tariflicher oder inflationsbedingter Sockel plus eine individuelle Komponente. Wer verhandelt, sollte trotzdem mit der Grenzbelastung rechnen, nicht mit dem Bruttobetrag – die Zahl, die am Ende zählt, ist immer kleiner als die auf dem Papier.

Die Grenzbelastung liegt für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent – deutlich über dem Durchschnittssteuersatz, der oft bei nur 30 bis 35 Prozent liegt. Der Unterschied erklärt sich aus der Progression: Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Teil des Einkommens, nicht für das gesamte Gehalt. Wer mit dem Durchschnittssatz rechnet, überschätzt systematisch, was von einer Erhöhung ankommt.

Der dritte Schritt zeigt, was aus der Differenz wird, wenn sie nicht im laufenden Konsum aufgeht: 20 Jahre mit den Standardannahmen des Sparplan-Rechners angelegt – 7 Prozent Rendite, 0,2 Prozent laufende Kosten, Abgeltungsteuer. Aus einer monatlichen Differenz von wenigen hundert Euro wird über diesen Zeitraum ein Betrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich, allein durch Zinseszins auf das, was sonst versickert wäre.

Gerechnet wird mit einem Einkommen und den vollen Angaben aus dem Brutto-Netto-Rechner – Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder und Krankenversicherung wirken alle auf das Ergebnis. Die Sparplan-Projektion unterstellt eine gleichbleibende Rendite, die es an der Börse nicht gibt; sie ist eine Orientierung, keine Zusage. Dieser Weg ist keine Steuer- oder Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was bringen 3 Prozent mehr Gehalt netto?
Bei 4.000 Euro Ausgangsgehalt in Steuerklasse I sind 3 Prozent 120 Euro brutto, davon kommen rund 64 Euro netto an – eine Grenzbelastung von etwa 46 Prozent. Bei einem höheren Ausgangsgehalt ist die Grenzbelastung minimal höher, bei einem niedrigeren minimal niedriger.
Lohnt sich eine so kleine Erhöhung überhaupt?
Einzeln betrachtet wenig, kontinuierlich angelegt spürbar mehr: 64 Euro im Monat werden über 20 Jahre bei 7 Prozent Rendite zu rund 30.250 Euro nach Steuern, bei eingezahlten 15.460 Euro. Der Zinseszinseffekt macht aus einer kleinen monatlichen Differenz über die Zeit einen großen Betrag.
Warum ist die Grenzbelastung höher als mein Steuersatz?
Weil der Durchschnittssteuersatz alle Einkommensteile mittelt, während die Grenzbelastung nur den zusätzlichen Teil betrifft – und der liegt im Steuertarif weiter oben. Dazu kommen die Sozialabgaben, die bei den meisten Gehältern noch nicht an einer Beitragsbemessungsgrenze enden. Beides zusammen ergibt eine Grenzbelastung, die für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent liegt, während der Durchschnittssatz oft bei 30 bis 35 Prozent liegt.
Steigt die Grenzbelastung mit einem höheren Ausgangsgehalt?
Leicht, ja – solange keine Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. Oberhalb der Grenzen für Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung fallen auf den übersteigenden Teil keine weiteren Sozialabgaben mehr an, wodurch die Grenzbelastung dort wieder sinkt. Für die meisten Gehälter im mittleren Bereich bewegt sie sich aber in einer engen Bandbreite um 46 bis 47 Prozent.
Warum wird die Erhöhung nicht einfach als Eurobetrag eingegeben?
Weil Gehaltsverhandlungen fast immer in Prozent geführt werden – Tarifrunden, individuelle Erhöhungen und Inflationsausgleiche werden so kommuniziert. Der erste Schritt nutzt deshalb den Prozentrechner, um aus dem Prozentsatz den Eurobetrag zu machen, bevor der Brutto-Netto-Rechner ihn verarbeitet.
Was, wenn ich die Erhöhung nicht anlegen, sondern ausgeben will?
Dann zeigt der zweite Schritt trotzdem, was tatsächlich verfügbar ist – die Netto-Differenz allein ist bereits das vollständige Ergebnis. Die Sparplan-Projektion im dritten Schritt ist eine zusätzliche Perspektive, keine Voraussetzung: Sie beantwortet die Frage, was diese Differenz langfristig wert wäre, wenn sie nicht in den laufenden Ausgaben aufgeht.

Zum Check: Gehaltserhöhung mit allen Einstellungen