10 Prozent mehr Gehalt – was bleibt netto?
10 Prozent Gehaltserhöhung: Brutto-Plus, Netto-Plus und Grenzbelastung berechnen – plus 20 Jahre gespart.
Was verdienst du aktuell?
Ledig, verwitwet oder geschieden, ohne Kind im Haushalt.
Setzt den Kirchensteuersatz (9 %).
Kirche, Kinder und VersicherungDie Angaben, die das Netto am stärksten verschieben.
So funktioniert’s
10 Prozent auf 4.000 Euro sind 400 Euro brutto mehr im Monat, netto kommen davon rund 213 Euro an – eine Grenzbelastung von knapp 47 Prozent. Eine Erhöhung dieser Größenordnung entsteht meist nicht in einer einzigen Verhandlungsrunde, sondern durch einen Stellenwechsel, eine Beförderung oder mehrere Erhöhungsschritte, die zusammengerechnet werden.
Bei dieser Größenordnung lohnt sich der Blick auf Alternativen zum reinen Bruttogehalt: Ein steuerfreier Sachbezug, das Deutschlandticket als Jobticket oder eine Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge kommen ganz oder größtenteils an – ohne die Grenzbelastung von rund 47 Prozent zu durchlaufen. Bei einem Stellenwechsel lässt sich das gleich mitverhandeln.
213 Euro monatlich, 20 Jahre lang mit den Sparplan-Standardannahmen angelegt, ergeben nach Kosten und Steuern rund 99.140 Euro bei 51.120 Euro Einzahlung – fast die Verdopplung des eingezahlten Betrags allein durch Zinseszins auf die Differenz einer einzigen Gehaltserhöhung.
Die Grenzbelastung liegt für die meisten Angestellten zwischen 40 und 48 Prozent – deutlich über dem Durchschnittssteuersatz, der oft bei nur 30 bis 35 Prozent liegt. Der Unterschied erklärt sich aus der Progression: Der höhere Satz gilt nur für den zusätzlichen Teil des Einkommens, nicht für das gesamte Gehalt. Wer mit dem Durchschnittssatz rechnet, überschätzt systematisch, was von einer Erhöhung ankommt.
Der dritte Schritt zeigt, was aus der Differenz wird, wenn sie nicht im laufenden Konsum aufgeht: 20 Jahre mit den Standardannahmen des Sparplan-Rechners angelegt – 7 Prozent Rendite, 0,2 Prozent laufende Kosten, Abgeltungsteuer. Aus einer monatlichen Differenz von wenigen hundert Euro wird über diesen Zeitraum ein Betrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich, allein durch Zinseszins auf das, was sonst versickert wäre.
Gerechnet wird mit einem Einkommen und den vollen Angaben aus dem Brutto-Netto-Rechner – Steuerklasse, Bundesland, Kirchensteuer, Kinder und Krankenversicherung wirken alle auf das Ergebnis. Die Sparplan-Projektion unterstellt eine gleichbleibende Rendite, die es an der Börse nicht gibt; sie ist eine Orientierung, keine Zusage. Dieser Weg ist keine Steuer- oder Anlageberatung.