Check: Nachwuchs
Termin, Einkommen, Elterngeld und Elternzeit in einem Urteil: wie groß ist die Lücke während des Bezugs?
Wann ist der errechnete Termin?
Nicht der vermutete Tag der Empfängnis.
Standard sind 28 Tage.
Errechneter Termin: 29. Mai 2027, das entspricht SSW 0+0 heute.
So funktioniert’s
Zwischen dem errechneten Termin und der Rückkehr in den Job liegen vier Zahlen, die zusammengehören und selten zusammen gerechnet werden: der Termin selbst, das Haushaltsnetto davor, das Elterngeld während der Elternzeit und das Kindergeld, das von Anfang an dazukommt. Dieser Weg führt sie zusammen – Geburtstermin-, Brutto-Netto-, Elterngeld- und Elternzeit-Rechner in einem Zug, ergänzt um den aktuellen Kindergeldsatz – und macht daraus ein Urteil: Wie groß ist die Lücke zwischen dem, was vorher ankam, und dem, was während des Bezugs ankommt?
Am Beispiel eines Haushaltsnettos von 2.713 Euro im Monat vor der Geburt, zwölf Monaten Elternzeit für Elternteil 1 und zwei weiteren für Elternteil 2: Die zwei Partnermonate verlängern das Basiselterngeld von 12 auf 14 Monate. Bei einer Ersatzrate von 65 Prozent – typisch für Einkommen über 1.200 Euro netto – zahlt das Elterngeld 1.763 Euro im Monat, dazu kommen 259 Euro Kindergeld. Zusammen 2.022 Euro gegen 2.713 Euro vorher – eine Lücke von rund 691 Euro im Monat, eine Ersatzquote von knapp 75 Prozent.
Ab 90 Prozent Ersatzquote gilt der Übergang als komfortabel, ab 70 Prozent noch als tragbar, aber eng, darunter ist die Lücke deutlich spürbar – dieselbe Belastungslogik wie beim Hauskauf- und beim Auto-Weg, nur mit umgekehrtem Vorzeichen: Hier ist eine hohe Quote gut, nicht niedrig. Die zwei Partnermonate lohnen sich rechnerisch fast immer, wenn beide Elternteile sie nehmen können – sie bringen zwei zusätzliche Monate Elterngeld, ohne dass sich sonst etwas ändert.
Gerechnet wird mit einem Kind und dem Basiselterngeld als Vorgabe; ElterngeldPlus verdoppelt die Bezugsdauer bei halbem Monatsbetrag und lässt sich umschalten. Der Kindergeldbetrag ist der aktuelle Satz je Kind, ohne die Günstigerprüfung gegen den Kinderfreibetrag – die lohnt sich erst ab höheren Einkommen und steht im Kindergeld-Rechner einzeln zur Verfügung. Elternzeit-Monate mit einem festen Startzeitpunkt bilden den häufigsten Fall ab: Elternteil 1 direkt ab der Geburt, Elternteil 2 im Anschluss. Dieser Weg ist keine Rechts- oder Finanzberatung.
Wo die Schwellen liegen
| Ersatzquote | Einordnung |
|---|---|
| ab 90 % | komfortabel |
| 70–90 % | tragbar, aber eng |
| unter 70 % | Lücke deutlich spürbar |
Anders als beim Hauskauf- und beim Auto-Weg ist hier eine hohe Quote gut: Sie zeigt, wie viel vom bisherigen Haushaltsnetto während des Elterngeldbezugs erhalten bleibt.
Das Beispiel im Überblick
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Haushaltsnetto vor der Geburt | 2.713 € / Monat |
| Elterngeld (65 % Ersatzrate) | 1.763 € / Monat |
| Kindergeld | 259 € / Monat |
| Summe während des Bezugs | 2.022 € / Monat |
| Lücke | rund 691 € / Monat |
| Ersatzquote | knapp 75 % |
Was während des Mutterschutzes gezahlt wird
In den sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt bekommt die Mutter noch kein Elterngeld, sondern Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse, aufgestockt durch einen Arbeitgeberzuschuss auf das bisherige durchschnittliche Nettogehalt. In Summe entspricht das während dieser Zeit ungefähr dem vollen bisherigen Netto – spürbar mehr als die im Rechner ausgewiesene Elterngeld-Ersatzrate.
Das Mutterschaftsgeld wird anschließend auf die ersten Elterngeld-Monate der Mutter angerechnet, nicht zusätzlich dazu gezahlt. Dieser Weg beginnt seine Rechnung deshalb bewusst erst mit dem regulären Elterngeldbezug – die Mutterschutzzeit selbst ist finanziell günstiger, als es die reine Ersatzquote vermuten lässt.